Bouldern

Bouldern: Worum geht's?

Erst kommt die Technik, dann die Kraft. Beim Bouldern (englisch: to boulder – Klettern am Fels) geht es darum, Bewegungsabläufe zu erkennen und möglichst kraftsparend umzusetzen. Geklettert wird in Absprunghöhe ohne Hilfsmittel am Fels oder in der Boulder-Halle. Jeder Boulder besteht aus einer definierten Anzahl von Griffen und Tritten. Für die richtige Lösung braucht es ein konzentriertes, geduldiges Ausprobieren oder «Projektieren», wie der Boulderer sagt. Deshalb steckt im Bouldern auch ein Stück Denksport.

Tipp: Der kürzeste Weg ist nicht immer der leichteste.

Beim Bouldern werden nahezu alle Muskelgruppen aktiviert. Durch die unterschiedlichen Bewegungsabläufe und Grifftechniken werden Motorik und Sensorik trainiert und das Körpergefühl gestärkt. Davon profitieren besonders Kinder in ihrer Entwicklung. Da beim Bouldern ohne Sicherung durch ein Seil geklettert wird, braucht es keinen Partner. Der Boulderer ist unabhängig und kann sich voll auf seine Aufgabe an der Wand konzentrieren. Die meisten Strecken oder sogenannten «Boulderprobleme» bestehen aus vier bis acht, aber maximal zwölf Griffen. Ist ein Problem gelöst, erfährt der Boulderer ein hohes Mass an Selbstwirksamkeit. Das Erfolgserlebnis sorgt auch für die nötige Motivation, um das nächste Problem in Angriff zu nehmen. Aber Vorsicht, Bouldern kann süchtig
machen.


Gesund bouldern:

  • stärkt die Muskulatur
  • stabilisiert den Rücken, lindert Schmerzen und beugt ihnen vor
  • mobilisiert Muskeln und Gelenke
  • löst Verspannungen
  • verbessert die Körperwahrnehmung
  • stärkt Sensorik und Motorik
  • stärkt das Selbstwertgefühl
  • verbessert Konzentration und Ausdauer

Bereits Kinder ab 5 Jahren können bouldern. Es gibt 6 Schwierigkeitsgrade mit weiteren Abstufungen. In der Boulder-Halle sind die verschiedenen Strecken farblich markiert und die Schwierigkeitsgrade mit Zahlen, Symbolen oder Begriffen – zum Beispiel von «brav» bis «bissig» – gekennzeichnet. Bei höheren Schwierigkeitsgraden wird nicht nur an vertikalen, sondern auch an überhängenden Wänden geklettert. Bei häufigem Bouldern werden die Bewegungsabläufe verinnerlicht. Da beim Bouldern auch Sensorik und Motorik trainiert werden, profitieren Kinder besonders davon. Und damit es auch für die Profis spannend bleibt, werden in der Boulder-Halle regelmässig neue Strecken oder «Boulderprobleme» installiert.


Tipp: Die Kraft zum Bouldern bekommt man beim Bouldern und nicht im Fitness-Studio.

«Sloper», «Zange», «Loch» oder «Henkel» – für jede Halteposition gibt es beim Boulder einen Griff. Grundsätzlich geht es beim Greifen darum, mit möglichst wenig Kraft möglichst viel Reibung, also Halt, auf den Griff zu bekommen. Körperdynamik und Fussposition spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Griffe:

  • Obergriff: Der Griff wird oberhalb des Körpers wie ein Henkel gefasst.
  • Untergriff: Der Griff wird unterhalb des Oberkörpers gefasst, um sich daran nach oben zu stemmen.
  • Seitengriff: Der Griff wird seitlich durch das Verlagern des Körpers belastet.
  • Sloper: Die ganze Hand wird von oben auf den Griff gelegt. Durch die raue Oberflächenstruktur des Slopers wird der Halt verstärkt.
  • Henkel: Der Henkel ist die einfachste Griffart. Der Griff wird von oben mit der ganzen Hand umfasst.
  • Fingergriff: Beim anspruchsvollen Fingergriff erfolgt der Halt nur mit den ersten beiden Fingergliedern.
  • Lochgriff: In den Lochgriff werden ein bis zwei Finger eingehakt.
  • Zange: Die Zange gilt als Königsdisziplin. Der Griff muss zwischen dem Daumen und einem weiteren Finger eingeklemmt werden.