Fitness für den Kopf

Konzentrieren will gelernt sein

Kinder können sich stundenlang in eine Tätigkeit vertiefen, ohne dabei die Umwelt wahrzunehmen. Im Gegenzug werden sie beim Lösen der Hausaufgaben immer wieder abgelenkt. Warum gibt es diese Gegensätze? Wie kann die Konzentration gefördert werden?

Fachleute gehen davon aus, dass Konzentration und Motivation nahe beieinander liegen. Der Schlüssel, sich gezielter auf etwas zu konzentrieren, liegt darin, sich für etwas zu begeistern. Dies gilt für jedes Alter.

  • Tipp: Helfen Sie Ihrem Kind, durch spielerische Übungen die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Geeignet dazu sind Memory-Spiele, Puzzles, Mühle- oder Schachspiele.

Studien haben nachgewiesen, dass sich die Konzentrationsfähigkeit von Schulkindern durch kurze Bewegungsaktivitäten gezielt steigern – oder sogar wieder erlangen – lässt.

  • Tipp: Animieren Sie Ihr Kind zu kurzen Bewegungssequenzen. Nach einer Viertelstunde gezielter Kopfarbeit kann beispielsweise eine Minute mit Bällen jongliert werden. Oder lassen Sie das Kind einen Text zusammenfassen – stehend auf nur einem Bein. Den Kindern machen solche Bewegungspausen Spass und sie freuen sich auf kurze Lernunterbrüche.

Die Konzentrationsfähigkeit ist bei jüngeren weniger stark ausgeprägt als bei älteren Kindern oder Erwachsenen. Sie wird während des Reifungsprozesses beim Spielen und Lernen erworben. In der Regel können sich Fünf- bis Siebenjährige eine Viertelstunde lang gut konzentrieren, Zwölfjährige schaffen es etwa doppelt so lange.

Mit dem „falschen Fuss aufzustehen“ bedeutet im Volksmund etwas Schlechtes. Hirnforscher hingegen empfehlen genau dies. Denn: Studien belegen, dass ungewohnte Tätigkeiten die Hirnaktivität steigern. Werden gewohnte Handlungen mit der ungewohnten Hand durchgeführt, stimuliert dies die andere Hirnhälfte. Ebenfalls lohnt es sich, Routinehandlungen mal blind oder taub durchzuführen und so andere Sinne stärker zu aktivieren. Hirnforscher sprechen in diesem Zusammenhang von „Nervengymnastik“ und betonen, dass so Nervenverbindungen aktiviert werden, die sonst verkümmern würden.

  • Tipp: Gehen Sie als Erwachsene mit gutem Beispiel voran. Diese Übungen wirken in jedem Alter

Quelle: KLuG das Magazin (Herbst 2011) Text: Dr. phil. Lukas Zahner