Prävention: Sozialkontakte

«Einsamkeit macht so krank wie 15 Zigaretten am Tag», schreibt die Publizisten Diana Kinnert in ihrem Buch «Die neue Einsamkeit»

Und tatsächlich belegen verschiedene Studien ein erheblich erhöhtes Risiko, bei chronischer Einsamkeit an Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs oder Demenz zu erkranken.

Das ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass sich jede dritte Person in der Schweiz einsam fühlt, wie Zahlen des Bundes aus dem Jahr 2017 zeigen.  
Und gemäss einerStudie der EU-Kommission hat sich die Häufigkeit von Einsamkeitsgefühlen bei EU-Bürgern bereits im ersten Jahr der Corona-Pandemie verdoppelt.

Zu den Massnahmen des Ministry of Loneliness gehören zum Beispiel soziale Treffpunkte für alleinstehende Pensionierte. Dort wird gemeinsam gekocht, Dart oder Karten gespielt und zudem Schülerinnen und Schülern bei den Hausaufgaben geholfen – eine schöne Win-win-Situation. In der Schweiz sagen vor allem junge Menschen, dass sie unter Einsamkeit leiden. Zwar gibt es – zumindest bisher – keine staatlichen Massnahmen,  aber vermehrt Privatinitiativen, denen sich kürzlich zum Beispiel die NZZ-Doku «Gemeinsam einsam» widmete.

Auch das Phänomen der «Blue Zones» – jener fünf Gebiete, in denen die Menschen so viel älter werden als überall sonst auf der Welt – erscheint im Zuge der Einsamkeitsforschung in einem neuen Licht. Denn neben gesunder Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf fallen dort die ausgeprägten Sozialkontakte auf.

Deshalb: Machen Sie Small-Talk mit Ihrem Nachbarn, wenn Sie ihn zufällig am Briefkasten treffen. Rufen Sie eine entfernte Verwandte im Altersheim an. Singen Sie im Chor oder schliessen Sie sich einem Sportverein an. Sie haben zu viel gekocht? Laden Sie spontan eine Freundin ein (der Staub in der Ecke interessiert sie nicht).

Weitere Infos und Beratung:

www.promentesana.ch
www.inclousiv.ch
www.migros-engagement.ch


*gemäss der Dokumentation «Allein unter Millionen» des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF)